Wer die Bürgerinitiative L 419 unterstützen möchte, näheres auf der Homepage:

www.buergerinitiative-l-419-keine-autobahn-durch-ronsdorf.de

 

Produktionshalle durch Brand völlig zerstört

Nächtlicher Großeinsatz der Feuerwehr im Industriegebiet Großhülsberg



Mit einem Großaufgebot war die Feuerwehr vor Ort. (Foto: Gianni Gattus)

(Lü./Red.) Mit einem Großaufgebot rückte in der Nacht zu Donnerstag, 18. Mai, gegen 0.05 Uhr die Feuerwehr in Richtung des Industriegebietes  Großhülsberg aus. Ein Passant hatte in einer Firma an der Schlosserstraße/Ecke Walter-Freitag-Straße Flammen am Hallendach eines plastikverarbeitenden Betriebes wahrgenommen, in der rund zwei Stunden zuvor noch gearbeitet worden war. Neben der Berufsfeuerwehr rückte auch die Freiwillige Feuerwehr Lüttringhausen aus, darüber hinaus wurden auch Einsatzkräfte aus Lennep alarmiert – 51 Floriansjünger kämpften zeitweise gegen die Flammen.
Als Brandherd wurde eine der neun großen Pressen lokalisiert, die in der 980 Quadratmetern großen Produktionshalle Kunststoffgranulat zu thermoplastischen Formteilen für die Kraftfahrzeugindustrie und den Maschinenbau fertigen. Beim Eintreffen der Feuerwehr hatten die Flammen bereits auf das Flachdach der rund 15 Meter hohen Halle übergegriffen. Aus diesem Grund erfolgte ein Löschangriff über zwei Drehleitern von außen. Gleichzeitig drangen an drei verschiedenen Stellen die Feuerwehrleute unter Atemschutz in das Gebäude ein. Ein Problem stellten aber die Druckgasflaschen dar, die in der Halle gelagert wurden und durch den Brand eine erhöhte Temperatur aufwiesen. Sie wurden gekühlt, sodass von ihnen keine Gefahr mehr ausging.
Der Brand konnte letztlich erfolgreich bekämpft werden. Zweieinhalb Stunden benötigten die Feuerwehren dafür. Zusätzlich musste ausgetretenes Maschinenöl aus den beschädigten Pressen in der Produktionshalle aufgefangen werden. Noch am Donnerstag wurden durch die Kriminalpolizei die Ermittlungen der Brandursache aufgenommen. Es entstand Sachschaden wohl in Millionenhöhe, Personen kamen aber nicht zu Schaden.

 

Staubenthaler Straße: Kita-Neubau wächst

Derzeit wird das letzte Obergeschoss des 3,92 Millionen Euro teuren Hauses gebaut



Dieser Blick bietet sich an der Staubenthaler Staße derzeit Autofahrern und Passanten von Nordosten. (Foto: MM)

(Ro./Red.) Sechs Gruppen mit insgesamt 100 Kindern sollen hier ab dem kommenden Jahr auf drei Etagen Platz finden: Die Fertigstellung des Neubaus der Kindertagesstätte an der Staubenthaler Straße ist für Ende des Jahres geplant, wie Michael Neumann vom Ge­bäudemanagement der Stadt Wuppertal (GMW) erklärt. Von der Zahl der Geschosse her etwas kleiner, aber geräumiger als sein Vorgänger, wird das rund 3,92 Millionen Euro teure Haus werden, das gerade Meter um Meter in die Höhe wächst.
„Aktuell wird das zweite Obergeschoss hochgemauert, dann wird die letzte Decke gegossen“, berichtet Neumann. „Anschließend werden die Fenster und Außentüren eingesetzt, danach kann der Innenausbau beginnen.“ Durch die Hanglage und die recht versteckte Lage hinter den Bäumen wird es sich recht gut in die Umgebung einpassen – auch wenn viele Ronsdorfer noch dem Blick auf „ihr“ altes Krankenhaus nachtrauern.

 

Kopf-an-Kopf-Rennen um Mandate

Dietmar Bell vor Björn Brick, Nettekoven überholt Wolf



(Reg./Red.) Während sich zwei Kandidaten in Remscheid ein Kopf-an-Kopf-Rennen lieferten, sah die Sache am vergangenen Sonntag im Wahlkreis Wuppertal I, zu dem auch der Stadtteil Ronsdorf gehört, ein wenig entspannter aus: Bei der Wahl des Landtages von Nordrhein-Westfalen (NRW) holte wie vor fünf Jahren Dietmar Bell (SPD) das Direktmandat im Tal, diesmal fuhr er 38,7 Prozent der Stimmen ein. Sein ärgster Widersacher, der Ronsdorfer Björn Brick von der CDU, kam „nur“ auf 30,8 Prozent. Zusammen mit seinen Parteigenossen Andreas Bialas und Josef Neumann, die ebenfalls ihre Wahlkreise in Elberfeld und Cronenberg/Solingen verteidigten, wird Bell wieder die „Wuppertaler Musketiere“ im Düsseldorfer Parlament stellen – so hatten sie sich vor fünf Jahren den Wählern in ihrer Kampagne präsentiert.
Nicht direkt gewählt wurde in diesem Jahr allerdings Sven Wolf in den Landtag: Der bisherige SPD-Abgeordnete (36,1 Prozent) aus Remscheid musste sein Direktwahlmandat dem Lüttringhauser CDU-Kollegen Jens-Peter Nettekoven (38,5 Prozent) abgeben, zog allerdings über seinen guten Listenplatz wieder in das Parlament ein – wie auch der Ronsdorfer FDP-Abgeordnete Marcel Hafke (9,1 Prozent).
Betrachtet man nur die Ergebnisse für Ronsdorf sah die Entscheidung schon deutlich enger aus, hier zog die „Heimstärke“ von Björn Brick: Mit 35,1 Prozent der Stimmen lag er nur hauchdünn hinter Dietmar Bell (35,7 Prozent). Marcel Hafke fuhr in seinem Heimatstadtteil 10,8 Prozent ein. Bei den abgegebenen Zweitstimmen hatte – im Gegensatz zum stadtweiten Ergebnis, Wuppertal wählte wieder deutlich „rot“ – allerdings die CDU die Nase vorn: 31,3 Prozent gab es auf den Südhöhen, die SPD kam hier „nur“ auf 31,1 Prozent. Drittstärkste Kraft wurde die FDP mit 14,1 Prozent der Stimmen, auf Rang vier landete die AfD mit 7,8 Prozent. Die Grünen schlossen sich auch hier dem Landestrend an und erhielten 6,7 Prozent, Die Linke 4,6. Abgeschlagen blieben die Piraten mit knapp einem Prozent, die nicht mehr im neuen Landtag vertreten sein werden.
In Lüttringhausen fast das gleiche Bild: Hier machte der Abstand der CDU mit 32,9 Prozent aber gut einen Prozentpunkt auf die SPD mit 31,9 Prozent aus. Die FDP kam auf 12,0 Prozent, die AfD auf 7,6 Prozent. Noch schlechter als in Ronsdorf schnitten die Grünen ab, sie erhielten in Lüttringhausen nur 5,6 Prozent, Die Linke folgte dahinter mit 5,3 Prozent. Auch hier kamen die Piraten nur noch auf 0,9 Prozent der Stimmen.

 

Trommeln für den Weltladentag

Die „Fair Trade Town“ feiert bei bundesweiter Aktion mit



Vor dem F(l)air-Weltladen: Trommeln, was die Hände hergeben. (Foto: ka)

(Lü./ka) Zu den deutschen Städten, die sich für einen weltweit fairen Handel einsetzen, gehört auch Remscheid und bekam daher den Titel „Fair Trade Town“. Der jährliche Weltladen-Tag wird deshalb immer zum Anlass genommen, in der Öffentlichkeit Werbung für die Unterstützung der Kleinbauern in Mittelamerika zu machen.  So werden fair gehandelter Kaffee, Zucker und teilweise auch Gebäck für Besprechungen und politische Ausschüsse in der Stadtverwaltung Remscheid genutzt.
Am zweiten Mai-Sonntag wurde der Weltladen in Lüttringhausen wieder zum Magneten. Schon früh lud die „Betreuungs-Mannschaft“ des Geschäftes zu einem fairen Frühstück ein. Das reichhaltige Büfett mit Tee, Kaffee, Honig und vielen weiteren Produkten aus dem fair gehandelten Sortiment galt es zu probieren.
Danach kamen die Vertreter des „Fair Trade Town-Prozesses“  zu Wort und informierten interessierte Zuhörer über ihr Projekt. Sieben Schüler aus den zu diesem Thema engagierten Schulen der Stadt waren gekommen und bekamen in der Gertenbachstraße ein Bild von der Forderung nach fairem Handel, damit es den Kleinbauern in anderen Erdteilen besser gehe. Um zwölf Uhr wurden dann die Worte von musikalischen Effekten abgelöst. Eine Reihe von Freiwilligen hatte sich unter dem exklusiven Motto “HandWerken mit und an der Trommel“ unter der Leitung des Wuppertaler Musiklehrers Thomas Bräutigam draußen vor dem F(l)air Weltladen eingefunden und machte Passanten ihr aktuelles Thema aufmerksam. So wurden die Forderungen „Fairer Handel statt Freihandel und faire Beschaffung zum Standard machen“ akustisch lautstark unterstrichen.

 

Luthelminchusen und Blumembach

Geschichtsreise durch das alte Ronsdorf und Lüttringhausen



Uwe Luckhaus bei seinem neuerlichen Vortrag über die Geschichte des Bergischen Landes. (Foto: PK)

(Ro./PK) Der „Historische Arbeitskreis“ der Reformierten Gemeinde Ronsdorf hatte am frühen Mittwochabend in die Räumlichkeiten an der Kurfürs­tenstraße eingeladen. Uwe Luckhaus referierte wieder über die Vergangenheit des Bergischen Landes – den ersten Teil seines Berichtes hatte er bereits am 15. Februar gehalten.
Anhand zahlreichem Kartenmaterials erörterte der Kenner der bergischen Geschichte die Entwicklung so manchen Städte- und Familiennamens. Was damals – zu Beginn des 18. Jahrhunderts – Elverveldt hieß, dürfte klar sein. Aber was hat der Grundbesitzer Nuls Halbach mit einem kleinen Teil von Lüttringhausen zu tun? Und besaßen damals alle Frauennamen ein „s“ am Ende? Diese und viele andere Fragen beantwortete Luckhaus wieder einmal kenntnisreich.
Ausführlich beschäftigte sich der Referent mit der in der Frühzeit gebräuchlichen Schreibweise und zog dazu die Schriften des Sprachforschers Gustav Hermann Halbach zu Rate. Straßen und Ortsteile wie „Opp der Halbeck“ und „An der Wüßten“ wurden gezeigt, die regionalen Sprachunterschiede gewürdigt, die Bedeutung der Honschaft Goldenberg genauestens erklärt („Am Goldenberg wohnten die reichen Hammerbesitzer“), die Doppelbedeutung des Remscheider Ortsteils Hohenhagen dargelegt und anhand sehr alter Verträge die damaligen Gegebenheiten erläutert. Auch der komplette Stammbaum der Ronsdorfer Famile Halbach wurde erklärt. Und noch in einem Vertrag von 1806 zeigte sich, dass ein Kreuz als Unterschrift durchaus ausreichte, wenn man „des Schreibens unerfahren“ war.
Der Name Lüttringhausen ist neueren Ursprungs und weist anhand der Endung „-inghausen“ auf sächsische Siedler hin. Um 1150 herum hieß der Ort noch Luthelminchusen und zu Beginn des 17. Jahrhunderts tatsächlich Lütterkusen, was auch heute noch gelegentlich im Sprachgebrauch auftaucht. Der zu Anfang erwähnte Nuls Halbach war natürlich der Namensgeber von „Nüdelshalbach“. Und aus dem ehemaligen Blumembach wurde im Laufe der Zeit der Blombach. Und ja, wenn der Mann halt „Halbach“ hieß, dann bekam der Name der Frau ein „s“ an das Ende gestellt und hieß also „Halbachs“.  Viele weitere von Uwe Luckhaus erwähnten Namen und Ortschaften und Gebräuche rundeten die informative Geschichtsstunde ab.