Wer die Bürgerinitiative L 419 unterstützen möchte, näheres auf der Homepage:

www.buergerinitiative-l-419-keine-autobahn-durch-ronsdorf.de

Gewölbe und Fenster strahlen
in neuem Glanz

Weiterer Sanierungsabschnitt der Reformierten Kirche wurde fertiggestellt



Die Fenster erstrahlen in neuem Glanz – vor allem, wenn die Sonne scheint. (Foto: dol)

(Ro./dol) Ein halbes Jahr lang konnten die Besucher der Reformierten Kirche an der Kurfürstenstraße in Ronsdorf die Empore an der Westseite nicht sehen. Sie war zugehängt mit großen Planen. Der Grund: Sanierungsarbeiten an Wänden, Fenstern und Deckengewölbe. Jetzt ist diese Seite fertig und gestärkt für die Zukunft. Pfarrer Dr. Jochen Denker, Baukirchmeister Reinhard Beck, Reinhard Franzki als Kirchenbaubeauftragter der Gemeinde und Gaspare Marsala vom leitenden Ingenieurbüro nutzten die Gelegenheit, das Ergebnis des jüngsten Sanierungsabschnitts vorzustellen.
Es waren die sogenannten Windeisen, die letztlich Schuld an dem großen Sanierungsbedarf waren. Sie hatten Rost angesetzt – und die Korrosion sprengte Steine heraus. Außerdem war das Kirchdach undicht, das Holzgewölbe und die Holzsäulen waren durch das eindringende Wasser beschädigt. Und auch die Fenster mit ihrer Bleiverglasung waren sanierungsbedürftig.
„Wir befanden uns in der komfortablen Situation, dass das Geld da war für die Sanierung“, freute sich Reinhard Franzki. Gefördert wurde das Projekt zum großen Teil vom Bund, der Deutschen Stiftung Denkmalschutz und der kleineren Stiftung KiBa, die sich für Kirchen einsetzt. Insgesamt wurden rund 420.000 Euro benötigt – etwa 100.000 hat der Denkmalverein aus Ronsdorf beigesteuert. Und darauf ist die Gemeinde, aus der dieser Verein hervorgegangen ist, zu Recht besonders stolz.
Zu sehen sind die Ergebnisse der Sanierung vor allem an den Fenstern und der Gewölbede-cke, die in neuem Glanz strahlt. Die Fenster sind von außen durch eine Vorverglasung geschützt und erstrahlen vor allem bei Sonnenlicht in pastelligen Farben – für eine reformierte Kirche übrigens recht ungewöhnlich. Normalerweise herschen hier Grautöne vor.
Auch an der Außenfassade ist das Gerüst verschwunden. Hier wurden defekte Steine ausgetauscht und Fugen erneuert – Witterungsinflüsse hatten hier voll zugeschlagen.
Sechs Bauabschnitte hat die Gemeinde nun schon hinter sich, insgesamt wurden bisher über eine Million Euro verbaut. Fertig ist die Sanierung noch nicht: Die Nordseite, die Ostseite und das Deckengewölbe warten noch darauf, dass sie an die Reihe kommen.
Ein genaues Datum, wann es weitergeht mit den Arbeiten, mochten die Verantwortlichen noch nicht nennen. Eines aber ist gewiss: Dank des ehrenamtlichen Engagement ihres Kirchenbaubeauftragten Franzki und aller anderen Ehrenamtler werden auch die noch verbleibenden Arbeiten zügig über die  Bühne gehen.


Im Schlaraffenland ist nicht alles super

Leibniz-Fünftklässler zeigten in dieser Woche ein begeisterndes Musical



(Lü.) Ins Schlaraffenland ging es in dieser Woche gleich mehrfach im Leibniz-Gymnasium. Denn unter den neuen Sextanern im Klausener Schulzentrum hatten sich auch viele Vielfraße, Faulpelze und Schlafmützen gemischt. Zumindest auf der Bühne: Denn wie in jedem Jahr führten die Fünftklässler vor den Herbstferien gemeinsam ein Musical auf – und das war in diesem Jahr das „Schlaraffentheater“. Leseratten und Sportstars bis hin zu Reiselustigen und eine Theatergruppe enterten dabei die Bühne an der Lockfinker Straße. Langanhaltender Applaus vom Publikum war der Lohn der wochenlangen Mühen – und als dann auch Schulleiter Dr. Thomas Giebisch zum Abschluss am Klavier ein Ständchen anstimmte, um so für ein aktuelles Spendenvoting zu werben, spätestens da war die Stimmung endgültig auf dem Siedepunkt. Unbegrenzte Köstlichkeiten und ewiges Faulenzen, das können die Schüler in den kommenden zwei Wochen noch einmal in den Herbstferien genießen. Im Anschluss folgt dann wieder der ganz normale Schulalltag ... (Foto: MM)


Gospel, ein wenig Jazz und Vivaldi

Die „Lucky Tones“ und Gäste gaben Konzert in Ronsdorf



Der Handglockenchor Wiedensahl, geleitet von Thomas Eickhoff (Foto: PK)

(Ro./PK) Der Gospelchor der Evangelischen Gemeinde Ronsdorf, die von Christian Auhage geleiteten „Lucky Tones“, geben regelmäßig Konzerte. Und genauso regelmäßig lädt sich der Chor dazu musikalische Freunde ein. Am frühen Abend des 14. Oktober war es in der Lutherkirche wieder soweit.
Die erste Hälfte des Konzertes bestritt der Ronsdorfer Chor. Gewohnt souverän führte Auhage seine Sänger durch das weite Feld der Gospelliteratur, manchmal a capella, zuweilen mit der Unterstützung des famosen Pianisten Leon Gleser. „Wade In The Water“ und das ruhige „Burden Down, Lord“ blieben noch länger im Ohr hängen. Ausflüge in die Weltmusik („The Lion Sleeps Tonight“, mit sehr effektvollen Dschungelgeräuschen) sowie in die Popmusik („We Are The World“) gehörten genauso zum Repertoire des Chores wie durchaus schwierig zu singende Jazz-Stücke, diesmal „It Don’t Mean A Thing“ von Duke Ellington. Eine starke Leis­tung der „Lucky Tones“.
Christian Auhage ist schon lange mit dem Musiker Thomas Eickhoff befreundet, der den Handglockenchor Wiedensahl leitet. Derselbe gestaltete die zweite Hälfte des Konzertes. Besonders beeindruckend, wie es die Muiker schafften, selbst Themen aus der Barockmusik ansprechend zu Gehör zu bringen (Vivaldis „Der Winter“). Der Klang der Handglocken ist schwer zu beschreiben: Einerseits schon verklärt und ätherisch, auf der anderen Seite vielleicht etwas viel davon. Kompositionen von Vaughan Williams und Arnold B. Sherman waren wie geschaffen für den Klang des Handglockenchores. Die Besucher der sehr gut besuchten Kirche sparten nicht mit Applaus.


Geschafft! Weltrekord im Bandwirker-Bad

„sportlerhelfen“ radelten in 24 Stunden über 100 Kilometer unter Wasser



Unter Wasser galt es, mindestens 96 Kilometer auf dem Fahrrad zurückzulegen. (Fotos: dol)

(Ro./dol) Geschafft! Stolz und erleichtert, aber auch gezeichnet von den ungewohnten Strapazen tauchte das achtköpfige Team von „sportlerhelfen“ am Sonntagnachmittag aus den wild blubbernden Fluten des Bandwirker-Bades auf. „Der Weltrekord im Unterwasser-Cycling geht nach Ronsdorf“, verkündete  Bad-Chef Hans Walter Westebbe dann unter Applaus. Und freute sich, dass der Ort des Rekordes eben das Bandwirker-Bad war.
Für die acht Unterwasser-Radler gingen am Sonntag 24 Stunden zu Ende, die ihnen – obwohl sie alle sportlich durchtrainiert waren – mehr abverlangt hatten, als anfangs gedacht. Nach einer etwa einstündigen Einführung in das Tauchen an sich da, startete man am Samstag mit etwas Verspätung in den Rekordversuch. Auf einem Ergometer, der im Schwimmbecken aufgestellt war, mussten in 24 Stunden mindestens 96 Kilometer erreicht werden – und immer musste einer auf dem Rad sitzen. „In den ersten zweieinhalb Stunden hatten wir doch Probleme, ich hatte mir das einfacher vorgestellt“, gab Maik Kaufmann, einer der Initiatoren, zu. „Wir sind im wahrsten Sinne des Wortes durch ein Wechselbad der Gefühle geradelt und haben auch an Abbruch gedacht.“ Aber dann „groovte“ sich die Truppe ein, wurde sicherer unter Wasser und strampelte  Kilometer um Kilometer. Stets mit Argusaugen beobachtet von jeweils zwei Tauchern der Tauchschule Fehd aus Essen und DLRG-Rettungsschwimmern, die  im Falle eines Falles blitzschnell hätten eingreifen können. Für diesen unermüdlichen Einsatz galt dann auch der Dank von „sportlerhelfen“ und dem Förderverein Bandwirker-Bad. 
„Das Problem war nicht das Tauchen an sich und das Atmen mit der Sauerstoffflasche, sondern das Fahrrad fahren dabei“ versuchte Maik Kaufmann zu erklären. Wahnsinnig anstrengend, dazu noch mit Blei beschwert, damit man unter Wasser bleibt – „da gehen einem schon Gedanken durch den Kopf, was passiert, wenn …?“ Er jedenfalls will so etwas  nie wieder machen – und schwankt zwischen Angst und Respekt.
Der Weltrekord jedenfalls kann den Ronsdorfer Sportlern niemand mehr nehmen. Und darauf sind sie mega stolz. Allerdings muss er noch vom Buch der Rekorde bestätigt werden; daran zweifelt aber niemand. Dass dieser spannende Rekordversuch nicht mehr Gäste ins Ronsdorfer Bad gelockt hatte, stimmte die Veranstalter ein wenig traurig. Sie schoben das auch auf das wunderschöne Spätsommerwetter, das die Menschen ins Freie lockte. Der Freude über den Weltrekord tat der spärliche Besuch im Schwimmbad aber keinen Abbruch.

 

Offene Ateliers kamen in
Ronsdorf wieder gut an

Die WOGA präsentierte viele neue Werke der „großen Öffentlichkeit“



Klaudia Königs, Inge Heinicke-Baldauf und Gabriele Schindler im Künstlerhaus Mühle an der Rosenthalstraße. (Foto: dol)

(Ro./dol) Das Phänomen wiederholt sich mittlerweile jedes Jahr im Herbst: Zur WOGA, dem Wochenende, an dem nicht nur in Ronsdorf Galerien und Ateliers für Gäste geöffnet werden, zeigt sich, dass der Stadtteil auf den Südhöhen Wuppertals vor Kreativität nur so sprüht. 20 Künstler standen am Samstag und Sonntag bereit, um die ganze Vielfalt ihres Schaffens den Besuchern zu präsentieren. Und die konnte sich sehen lassen.
Dass die Malerei in all ihren Facetten den ersten Rang belegt, liegt in der Natur der Sache. Denn mit dem Malen beginnen die meisten Künstler. So auch Antje Heidermann, die in diesem Jahr zum ersten Mal bei der WOGA dabei war. „Ich hatte einfach das Gefühl, dass die Zeit jetzt reif ist, um meine Bilder einer größeren Öffentlichkeit zu präsentieren“, erklärte sie. Noch betreibt die Therapeutin die Malerei – in erster Linie in Acryl – als Hobby. Aber sie strebt an, ihr Hobby zum Beruf zu machen und künftig für Kinder und auch in Senioreneinrichtungen Malkurse anzubieten. Ihre Nachbarin an der Blutfinke, Petra Windgaße, machte schon zum zweiten Mal mit und freut sich ebenfalls darüber, bei der WOGA ihre Werke einem großen Publikum zu zeigen: Malerei in Acryl und Spachtelarbeiten faszinierten die Gäste, die auch am Samstag trotz des strömenden Regens ihren Weg nach Ronsdorf fanden.
Bekannte Ateliers fand man an neuer Stelle – stolz präsentierten Klaudia Königs, Inge Heinicke-Baldauf und Gabriele Schindler ihre Räumlichkeiten im Künstlerhaus Mühle an der Rosenthalstraße. Auch wenn das Künstlerhaus nicht gerade zentral liegt, fanden sich zahlreiche Besucher ein, die sich mit der Kunst auseinandersetzen. Viele von ihnen malen selbst, wurde deutlich. Und sie wollten sich einfach inspirieren lassen, neue, andere Materialien kennenlernen und oftmals ganz praktische Tipps mit nach Hause nehmen.
Malerei steht auch bei zwei weiteren Künstlern im Mittelpunkt des Schaffens: Helga Feller ist quasi ein „Urgestein“ der WOGA, sie ist von Anfang an dabei. Jedes Mal präsentiert sie neue, überraschende Werke – auch mit Materialien, die man nicht unbedingt erwartet, die aber tolle Effekte erzielen. Quasi um die Ecke konnten die Besucher auch bei Horst Röttger im Wohnzimmer seine neusten Werke betrachten. Hier immer wieder faszinierend die intensiven Farben auf großen Formaten.
Wer sich die doch recht weiten Wege zu allen Künstlern sparen, aber doch einen Querschnitt durch die künstlerische Vielfalt in Ronsdorf erhalten wollte, brauchte eigentlich nur die „Kühlräume“ in der Scheidtstraße anzusteuern. Hier zeigten auf mehreren Etagen Bildhauer, Fotografen, eine Videokünstlerin und natürlich Maler ihre jüngsten Werke. Ebi Vogler präsentierte minimalistische Fotos aus der Normandie, gleich daneben zeigte Christian Henkels, wie groß die Unterschiede zwischen Schwarz-weiß- und Farbfotografie sein können – abgesehen von der Farbigkeit.
Mit sphärischen Klängen, verbunden mit vielfarbigen Videos, lud Videokünstlerin  Zara Zoe Gayk zum Verweilen und vielleicht auch zur Meditation ein. „Das, was ich heute zeige“, sagte sie, seien Vorarbeiten „für ein großes Projekt“: Video und Musik in einer Kirche. Man darf gespannt sein. Bewährtes und zum Teil auch Bekanntes stellten die Bildhauer Rosemarie Kau, Günter Fürth, Helga Zwanzig-Graever und Angela Lüke-Noffke aus, Skulpturen, die durch den Stein und die unterschiedliche Bearbeitung eine faszinierende Wirkung erzielen. Und auch die Malerei kam in den Kühlräumen nicht zu kurz. Sie wurde präsentiert von den beiden Solingerinnen Beatrix Deus und Conny Schüssler sowie von Hans Horst Thomas und Nathalie Gauzes-Halbach.
Mit bunter Farbe ist auch Eva Dittrich unterwegs. Ihre kunterbunten Objekte sind aus Recycling-Material, beispielsweise aus Betonringen, die in ihrem vorigen Leben Waschmaschinen zum sicheren Stand verholfen hatten. Eva Dittrich, aus Köln nach Ronsdorf gekommen, sprüht nur so vor  Ideen, sieht in allen Materialien Grundlage für ihre Kunst. Die Müngstener Brücke aus Computer-Innenleben muss man einfach gesehen haben.
Pinsel und Farbe kommen auch bei Katrin Kaiser zum Einsatz – aber ganz anders als vermutet. In ihrem Atelier geht es um Keramik, sowohl für den täglichen Gebrauch als auch zu Deko-Zwecken. Jeder kann sich hier in speziellen Kursen sein individuelles Geschirr bemalen. Für Weihnachten vielleicht eine ausgefallene Geschenkidee.

Einblicke in 125 Jahre BTV

Jubiläumsausstellung in der Stadtsparkasse Ronsdorf eröffnet



Die Enkelin des Gründervaters Karl Halbach, Gisela Bauerochse, mit der Vositzenden Beate Stamm (Foto: NeK)

 (Ro./NeK) „Wir sind die Grabener Familie“, mit diesen Worten begrüßte Beate Stamm, seit 2010 erste Vorsitzende des BTV Ronsdorf-Graben, die Gäs­te in der Sparkasse. Sie selber sei ein Beispiel dafür. Schon ihr Großvater und ihr Vater waren BTV-Turner und sie selber wohnt seit Jahren in dem Haus am Graben, in dem früher der BTV seine Turnübungen abhielt. Im Mai diesen Jahres hatte man im Verein bereits das 125-jährige Jubiläum gefeiert. Jetzt wurde eine Fotoausstellung dazu in den Räumen der Sparkassenfiliale an der Staasstraße in Ronsdorf eröffnet.
Mit viel Arbeit hatten Susanne Halbach, Melanie Bremer und Beate Stamm diese Ausstellung vorbereitet. Dabei gab es auch einen Zeitstrahl des Vereins zu sehen, bei dem zu den wichtigsten Jahreszahlen Fotos und Dokumente zugeordnet sind: Vom Gründungsjahr 1892 mit dem Bild der Gründungsväter über den Neubeginn nach dem Zweiten Weltkrieg bis zu den aktuellen Veranstaltungen. Und welcher Ronsdorfer erinnert sich nicht gerne an die BTV-Waldfeste.
„Viel hat sich in der Vereinsarbeit in den 125 Jahren geändert“, betonte Beate Stamm. Und das konnte man ebenfalls gut an den ausgestellten Bildern ablesen. Standen früher das Turnen und die Wanderungen der Familien im Vordergrund, so muss ein Verein heute ein attraktives Freizeitprogramm anbieten, um seine 1.100 Mitglieder zufriedenzustellen, erläuterte die Vorsitzende in ihrer Begrüßung.
Stolz konnte Beate Stamm nicht nur die Enkelin des Gründervaters Karl Halbach – Gisela Bauerochse – begrüßen, sondern auch die Festschrift zum 40-Jährigen aus dem Jahre 1932 als besondere Rarität den Gästen präsentieren.
Bezirksbürgermeister Harald Scheuermann-Giskes überbrachte die Grüße des Oberbürgermeisters und der Bezirksvertretung (BV). Er betonte zugleich, dass er als Vorsitzender der Elberfelder Turngemeinde (ETG) und als Sportler die Vereinsarbeit nur zu gut kenne. Er gratulierte Beate Stamm zu ihrem erfolgreichen Verein.
Helmut Hoffmann, stellvertretender Filialleiter, hob als Hausherr in seiner Rede das Engagement der Stadtsparkasse Wuppertal für die Arbeit des Vereins hervor. Diese bestehe aber nicht nur darin, die Räumlichkeiten für diese interessante Ausstellung zur Verfügung zu stellen, sondern auch die Vereine mit finanziellen Mitteln zu unterstützen. Eine gute und lange Zusammenarbeit verbinde die Sparkasse gerade mit dem BTV Ronsdorf-Graben. Die Ausstellung ist zu den üblichen Öffnungszeiten der Filiale an der Staasstraße bis zum 9. November zu sehen.

Ein Rausch im Taxi

Kurioses und Besinnliches vom Fahrer



Autor Jochen Rausch hatte bei seier LIT-Lesung wieder eine große Fangemeinde versammelt. (Foto: JoB)

(Ro./JoB) Die Besucher im gut besetzten Ausstellungsraum des Carrés schwankten des Öfteren zwischen Lachen und Weinen, so breit gefächert war das Angebot an Geschichten aus mehreren Taxifahrer-Leben, die Jochen Rausch in gewohnt professioneller Art im Rahmen der LIT.ronsdorf aus seinem neuen Buch vortrug: Mal amüsant verschmitzt, mal nachdenklich und besinnlich. Er kann aber auch durchaus mal zotig werden, wechselt dann aber wieder schnell auf kurios und nett. Seine Kurzgeschichten kommen einfach im­mer leichtfüßig daher, vermitteln dem Zuhörer dafür ein überraschend tiefes Verständnis für die wirklichen Zusammenhänge des normalen Le­bens. Und das kommt beim Publikum immer gut an.

Brasilien im Dorf zu Gast

„KinderKulturKarawane“ während den „Fairen Wochen“



Vier Darsteller stellen sich auf der Bühne vor. (Foto: ka)

(Lü./ka) So viel geballte Energie haben die Zuschauer im CVJM-Haus schon lange nicht erlebt. Bereits eine Viertelstunde vor Vorstellungsbeginn machte einer der Darsteller spontan mit Anlauf von der Bühne einen Sechs-Meter-Sprung in die Saalmitte und zeigte damit seine Gelenkigkeit. Die vom F(l)air-Laden engagierte „KinderKulturKarawane“, seit fünf Wochen im Lande unterwegs, wollte die Schattenseiten Brasiliens in Form von Theaterszenen, Mimik und Musik darstellen sowie bei uns Verständnis für die Aktion erreichen. Das südamerikanische Land hat große wirtschaftliche Probleme bekommen und benötigt Hilfe für viele Menschen vor Ort.
Deshalb stand auf der Bühne vor allem die Landwirtschaft im Mittelpunkt. Symbolisches Arbeiten mit Schüppe und Hacke kamen immer wieder ins Spiel. Die Jugendlichen bewegten sich in wechselnden exotischen Bekleidungen schreitend und tanzend, aber auch wirbelnd und überschlagend oder mit Purzelbäumen. Akrobatische Darstellungen bestimmten das Bild und brachten viel Beifall. Das Ganze wurde von Trommelwirbeln im Hintergrund unterstrichen.
Brasilien steht mit seinen unendlich vielen Bodenschätzen und einer Unmenge an Regenwäldern eigentlich gut da, aber die zunehmende Armut betrifft große Bevölkerungsgruppen. Auf der Bühne kam diese Thematik gut zur Geltung. Leider war die Akustik im CVJM-Saal nicht so gut, sodass die erläuternden Worte der jungen Moderatorin kaum zu verstehen waren. Letztlich interessierten sich aber die Besucher für die üppigen Ausstellungen von exotischem Schmuck und unterstützten die Truppe durch Käufe auf dem Basar.

Märtyrer oder Reformator?

Glaube, Hoffnung, Liebe bestimmten Adolf Clarenbachs Leben



Günter Urspruch sammelte historisches Material zu seinem Thema. (Foto: ka)

(Lü./ka) Etwa ein halbes Jahrtausend ist vergangen, seit erstmals in Lüttringhausen das Thema „Glauben“ die Menschen stark bewegte. Damals gab Adolf Clarenbach mit seinen Reformationsgedanken den Anstoß. Er war auf dem Buscher Hof geboren, in der evangelischen Kirche Lüttringhausen getauft worden und konzentrierte sich schon während seines Studiums auf religiöse Aktionen. Köln, Büderich bei Wesel, Münster und Osnabrück waren Orte seiner Tätigkeiten.
Im Laufe der Zeit musste er mehr und mehr in Angst vor Verfolgung leben. In Lüttringhausen und Lennep durfte er die Kirchen nicht betreten, bekam Gegenwind aus dem Beyenburger Kloster und hielt deshalb seine Predigten am Buscher Hof in einer Holzscheune ab, um seinen Familien und Freunden die Reformationsgedanken nahezubringen.
Günter Urspruch hatte sich in ausgiebiger Kleinarbeit mit dem Thema befasst und trug die geschichtlichen Erkenntnisse im Gesprächskreis von Pastor Hans Pitsch vor. Beim Recherchieren über Adolf Clarenbach wurden die alten Schriften häufig für ihn zum Problem, wenn sich mittelalterliche oder altdeutsche Texte nur schwer in die heutige Sprache übertragen ließen.   
Clarenbach verfasste 42 Thesen und verbreitete seine Gedanken zu „Glaube, Hoffnung und Liebe“ vor allem im westfälischen Raum. Dabei trat er aber auch in Köln auf und das wurde ihm zum Verhängnis. „Auf Drängen des katholischen Klerus hat man Clarenbach verhaftet, der Ketzerei angeklagt und nach fast einjähriger Haft verurteilt“, ist im Heiligenlexikon zu lesen. Eigentlich hätte der bergische Reformator sein Leben retten können, wenn er in letzter Minute von seinen Thesen abgelassen hät­-te – aber warum er das nicht machte, blieb ungeklärt.
Nach einer ausgiebigen Diskussion blieb letztlich trotz aller ausgiebigen Geschichtsfakten, die auf den Tisch kamen, ein großes Fragezeichen im Raum. Sollte man Adolf Clarenbach als Reformkatholik, Märtyrer oder Reformator bezeichnen? Günter Urspruch jedenfalls hatte sich eine bewundernswerte Mühe gegeben, alle historischen Fakten zu sammeln und bekam nach seinem Vortrag jede Menge Beifall.