Wer die Bürgerinitiative L 419 unterstützen möchte, näheres auf der Homepage:

www.buergerinitiative-l-419-keine-autobahn-durch-ronsdorf.de

Erst Wohnhäuser, dann eine Kita - was jetzt?

Hängepartie: Wuppertaler Stadtverwaltung zog BV-Vorlage kurzfristig zurück



Wie geht es mit dem Grundstück der ehemaligen Katholischen Grundschule weiter? (Foto: JoB)

(Ro./dol) Eigentlich wollte die Bezirksvertretung (BV) Ronsdorf in ihrer Februar-Sitzung abschließend über den Neubau einer Kindertagesstätte an der Holthauser Straße beraten. Aber die Stadtverwaltung ließ dieses Vorhaben quasi platzen: Denn sie zog die Vorlage zurück, sodass Bezirksbürgermeister Harald Scheuermann-Giskes (SPD) diesen Tagesordungspunkt schon streichen wollte. Da aber alle Fraktionen außer der CDU einen gemeinsamen Antrag zu diesem Themenkomplex eingereicht hatten, gab es dann doch eine Diskussion.
Harald Kroll (SPD) äußerte sein Unverständnis über diese Haltung der Verwaltung, zumal diese den Kita-Plänen aus Ronsdorf nicht negativ gegenüber gestanden hätte. „Wollen die im Rathaus jetzt Zeit schinden und Spielraum bekommen für eine eventuell geplante Wohnbebauung?“, fragte er in der Sitzung.
Da schon lange bekannt sei, dass in Ronsdorf dringend Kita-Plätze gebraucht würden, liefe die Zeit davon. Deshalb wurde auch der Antrag vorgelegt, in dem SPD, Grüne, Linke, WfW und FDP die Stadt auffordern, schnellstmöglich die Planung für eine Bebauung mit einer Kindertagesstätte für Kinder (sechs Gruppen) zu beginnen.
Und die CDU? Sie brachte zum wiederholten Male den von ihr favorisierten Standort Rehsiepen (das SonntagsBlatt berichtete) in die Debatte ein. Jana Hornung als Fraktions-Sprecherin berichtete von Gesprächen mit der CDU-Ratsfraktion in der Winterpause, von einer erneuten Ortsbesichtigung mit dem Fazit, dass man sich am Rehsiepen eine Kita mit sechs Gruppen und ein Familienzentrum sehr gut vorstellen könnte. „In einem Familienzentrum werden die Weichen für eine bessere Zukunft gestellt, hier gebe es frühkindliche Förderung, Intergration, Bildung für Familien und das ganze Umfeld.“ Ein weiterer Pluspunkt  für den Rehsiepen: Das Grundstück gehöre der Stadt und läge im Grünen.
Verwundert reagierten die anderen Fraktionen auf diesen Diskussionsbeitrag, hatte sich die BV einmütig in ihrer Oktober-Sitzung für eine Kita an der Holthauser Straße ausgesprochen. Jana Hornung wollte das so nicht stehen lassen. Man habe einem Prüfauftrag für den Standort Holthauser Straße zwar zugestimmt, aber immer deutlich gemacht, dass die CDU den Rehsiepen für besser halte. Bevor es aber keine Kita gebe, dann lieber eine an der Holthauser Straße. Aber: „Die Holthauser Straße ist nicht ohne Alternative.“
Letztlich stimmte die Ronsdorfer Bezirksvertretung - außer der CDU-Fraktion - dem Antrag zu. Nun ist die Stadtverwaltung im Barmer Rathaus erneut am Zug.    

 

Über 25.000 Autos waren zu schnell unterwegs

„Blitzer-Säule“ erfasste im Jahr 2017 ingesamt 1,7 Millionen Pkw am Erbschlö



Fünf Autofahrer wurden mit Geschwindigkeiten zwischen 91 und 100 km/h am Erbschlö „geblitzt“. (Archivfoto: MM)

(Ro./MM) Dass nicht nur Ronsdorfer in die von der Stadt fest installierte Radarkontrolle an der Kreuzung Parkstraße / Erbschlöer Straße „tappen“, dürfte klar sein. Schließlich ist die L419 die schnellste Verbindung zwischen der Autobahn 46, den Südhöhen und der A1. Seit Juni 2016 gibt es nun schon die „Blitzer-Säule“ - und für die Stadt rechnet sie sich noch immer, nicht nur ob der großen Zahl an vorbeifahrenden Autos.
An der Parkstraße wurden im gesamten Jahr 2017 mit insgesamt 1.747.212 Fahrzeugen fast genauso viele gemessenen, wie an den zeitgleich aufgestellten „Blitzern“ am Hahnerberg und am Robert-Daum-Platz in Elberfeld zusammen. Allerdings ist auch die Zahl der Verstöße im Vergleich zum ersten Jahr zwischen Juni 2016 und Juni 2017 rückläufig: Während zu Beginn am Erbschlö rund 100 bis 200 geblitzte Verstöße pro Tag registriert wurden, waren es im gesamten Jahr 2017 „nur“ noch knapp 70 im Durchschnitt.
Hauptsächlich löste die Anlage wegen Geschwindigkeitsverstößen (25.115) aus. 18.239 davon bewegten sich im Rahmen von einem bis zehn km/h, die die Autos zu schnell auf der Parkstraße unterwegs waren. 5.435 überboten die dort zulässige Höchstgeschwindigkeit von 50 Kilometern pro Stunde um 11 bis 15 km/h, 1.104 Autofahrer um immerhin 16 bis 20 km/h. Fünf Raser waren allerdings in 2017 an der Kreuzung Erbschlö mit 91 bis 100 „Sachen“ unterwegs.
Rotlicht-Verstöße wurden vom 1. Januar bis 31. Dezember 2017 lediglich 85 geblitzt. Hinzu kamen 31 Kombi-Fälle, in denen die Geschwindigkeit beim Überfahren der roten Ampel ebenfalls zu hoch war. Die Stadt Wuppertal fertigte allein an der Parkstraße 551 Anzeigen und 24.680 Verwarnungen aus.

 

Weltladen soll Ankergeschäft werden

Trägerverein des F(l)air-Weltladens wählte Johannes Haun an die Spitze



Beisitzer Ulrich Banck (v.l.n.r.), 2. Vorsitzender Rainer Kirch und Johannes Haun (1. Vorsitzender) präsentieren das aktuelle Halbjahresprogramm. (Foto: LH)

(Lü./LH) Es ist noch nicht einmal ein Jahr her, dass der Trägerverein des F(l)air-Weltladens in Lüttringhausen, die Ökumenische Initiatve, einen neuen Vorstand wählte. Im Dezember trat dann der bisherige Vorsitzende Volker Beckmann zurück - unter anderem, weil es Unstimmigkeiten über die Zukunft des Geschäftes gab. Durch Neuwahlen stehen jetzt zwei erfahrene Weltladen-Ehrenamtliche an der Spitze: Johannes Haun (1. Vorsitzender) und Rainer Kirch als Hauns Stellvertreter. Der neue Vorstand präsentierte sich nun und verknüpfte dies mit der Vorstellung des aktuellen Halbjahresprogrammes.
Johannes Haun ist den Lüttringhausern nicht nur als Pfarrer (in Rente) bekannt, sondern auch durch sein großes Engagement. „Ich bin Gründungsmitglied der Ökumenischen Initiative und habe den Laden mit aufgebaut.“ Am 3. Dezember 1999 öffnete zum ersten Mal die Türe in der Gertenbachstraße 17. Drei Jahre wollten die Ehrenamtlichen das Ladengeschäft betreiben. Daraus sind nun mehr als 18 Jahre geworden.
Rainer Kirch ist ebenfalls vom Anfang an dabei. „Ich wohne seit mehr als vierzig Jahren in Lüttringhausen“, sagt der 68-Jährige. „Der F(l)air-Weltladen liegt mir sehr am Herzen.“ Vor seinem Engagement im Vorstand half er viel bei Aktionsverkäufen und Festen mit. Seine Frau war zeitweise im Ladengeschäft sehr aktiv.
Hauns Vorgänger Volker Beckmann suchte nach größeren Geschäftsräumen, der neue Vorstand setzt nun auf eine Festigung des bisherigen Standortes. „Wir wollen aus dem Laden ein Ankergeschäft für die Gertenbachstraße machen“, erklärt Haun. Die Räume sollen in diesem Jahr umfassend renoviert werden. Derzeit laufen schon die ersten Vorbereitungen. Damit soll die Ökumenische Initiative und der Laden auch für jüngere Leute attraktiver werden. „Wir werden das nicht ewig machen können“, wissen die beiden Rentner.
Sie laden deswegen auch explizit Jüngere zu den Veranstaltungen in der Gertenbachstraße 17 ein. Teilweise haben sie sogar das Programm daran ausgerichtet: So wird die Journalistin Bettina von Clausewitz am 9. April über junge „Weltverbesserer und Querdenker“ berichten und möchte damit Jugendlichen und berufstätigen Erwachsenen zeigen, wie man sich engagieren kann. Natürlich stehen auch Termine an, bei denen der faire Handel im Vordergrund steht. Den Auftakt machte Pater Frederick D’Souza am Mittwoch (siehe Artikel unten) und am 6. März ist beispielsweise Dr. Pedro Morazán zu Gast, der über die Lage in Honduras berichtet.
Das ausführliche Programm gibt es zum Mitnehmen im F(l)air-Weltladen. Alle Termine sind auch im Internet aufgelistet unter der Adresse „www. flair-weltladen.de“.

 

Bahnhöfe unter der Lupe

Lüttringhausen ist top, Ronsdorf „noch akzeptabel“



Graffiti an den Hausrückseiten und im Tunnel - ein schönes Bild gibt der Ronsdorfer Bahnhof nicht ab. (Foto: MM)

(Reg./MM) Die Sauberkeit, die Funktion, die Beleuchtung, Graffiti-Schäden und noch einige andere Punkte tragen zum Erscheinungsbild eines Bahnhofes in besonderem Maße bei. Das sind auch die Kriterien, nach denen der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) einmal jährlich in seinem Stationsbericht den Zustand der Bahn-Haltepunkte in Augenschein nimmt und bewertet.
Im SonntagsBlatt-Land bietet sich im aktuellen Bericht ein gemischtes Bild: Die Station Remscheid-Lüttringhausen schnitt wie in den Vorjahren auch 2017 recht gut ab und erreichte eine Punktzahl von über 90 Prozent im Ranking. „Akzeptabel“, keine Verbesserungen notwendig, bedeutet das für den VRR. Geringfügige Mängel wurden in Lüttringhausen lediglich hinsichtlich der Sauberkeit des Zuganges und auf dem Bahnsteig sowie bei den Graffiti am Zugang festgestellt. Ein barrierefreier Zugang ist durch eine Rampe möglich.
Ganz anders sieht das Bild allerdings am nicht weit entfernten Haltepunkt Wuppertal-Ronsdorf aus: Nachdem er im Jahr 2015 noch als „nicht akzeptabel“ mit „erheblichen Mängeln“ und „dringend erforderlichen Verbesserungen“ klassifiziert worden war, erhielt der Ronsdorfer Bahnhof wie im Jahr zuvor in 2017 einen „akzeptablen“ Zustand bescheinigt. Obwohl mit Aufzug und Rampe ausgestattet und barrierefrei, gibt es weiterhin Mängel bei den Graffiti im Zugangsbereich und auf dem Bahnsteig. Sauberkeit und Funktion werden mit „noch akzeptabel“ bewertet.
Ronsdorf reiht sich somit in der Region in die Reihe von Vohwinkel, Zoologischer Garten, Steinbeck, Güldenwerth und Unterbarmen ein, während Lüttringhausen mit Lennep, den drei Hauptbahnhöfen, Barmen, Oberbarmen und Langerfeld zu den „Top-Stationen“ im Städtedreieck gehört.

 

Auftischen und Einmischen

1. Wuppertaler Frauenmahl in der Reformierten Gemeinde



Die Riesentafel war für 50 Teilnehmer festlich gedeckt und viele fleißige Hände sorgten für einen reibungslosen Ablauf. (Foto: JoB)

(Ro./JoB)  Ein festlich gedecktes großes Tisch-Rechteck für genau 50 Plätze im Saal des reformierten Gemeindehauses in Ronsdorf war der Ausgangspunkt für eine Veranstaltung, die zum ersten Mal so im Tal stattfand: Das 1. Wuppertaler Frauenmahl. Genau 46 Frauen und vier Männer nahmen als Gäste an dieser Premiere teil.
In Anlehnung an die Tischreden Luthers hielten vier Frauen Tischreden zwischen den einzelnen Menügängen. So gab es neben einem exquisiten Fünf-Gänge-Menü, das von Sven Thore Hannes, Merlin Hannes und Günter Prim zubereitet und mit Unterstützung von Maya Lynn Fichtel, Gerhard Hannes, Sonja Nolte und Mirjam Steinhard (und zehn KonfirmandInnen) serviert wurde, auch reiche geistliche und geistige Nahrung.
Dagmar Müller, leitende Pfarrerin der Evangelischen Frauenhilfe im Rheinland, bezog den Anfang ihrer Rede auf die ausgestellten Reformatorinnen, die um die Tischrunde herum gruppiert waren.  Dabei nahm sie besonders das Wirken von Elisabeth Moltmann-Wendel in den Blick.
Martina Wasserloos-Strunk aus Mönchengladbach musste ihre Teilnahme aufgrund einer Erkrankung absagen, schickte aber ihre Rede, die Felizitas Kehrenberg vortrug. In ihrer Rede zum Ehrenamt in der Evangelischen Kirche macht sie deutlich, dass ehrenamtliche Arbeit nicht allein „dienenden“ Tätigkeiten vorbehalten sein sollte, vielmehr sollten Ehrenamtliche Zeit und Raum für die Ausgestaltung ihrer Ideen bekommen. Häufig seien Hauptamtliche eher Bedenkenträger, die die Kreativität der Ehrenamtlichen nicht nutzen, sondern klein reden würden.
Pfarrerin Ursula August vom Pädagogischen Institut Schwer­te-Villigst befasste sich in ihrer Rede mit der Frage, wie kann evangelische Kirche auch ohne rituelle Äußerlichkeiten ihren Glauben und ihr Glaubensleben nach außen verdeutlichen. Wie kann Gemeinschaft mit Nicht-Christen gelingen?
Ein kurzes Statement zur weltweiten Bedeutung der Reformation trug Martina Pauly vor. Sie stellte aktuelle Projekte der Vereinten Evangelischen Mission vor, die sich mit der Unterstützung von Frauen in Asien und Afrika beschäftigen.
Chorleiter Jürgen Harder sorgte  mit seinem Spinett für die musikalischen Pausen zwischen Essen und Tischreden.
„Wenn ihr noch einmal eine Veranstaltung hier in Ronsdorf habt, dann ladet uns unbedingt wieder ein“, waren die Ab­schiedsworte einer Besucherin aus Barmen. Eines von vielen Dankesworten, die die Organisatorinnen, Esther Höfeler, Gabi Budde, Angelika Schrewe, Julia Esch und Felizitas Kehrenberg von den Gästen am Ende eines gelungenen Abends hörten.

 

Besondere Kooperation

BHC und Leibniz-Gymnasium



(Lü.) Die Zusammenarbeit mit dem Bergischen Handballclub (BHC) ist für das Leibniz-Gymnasium in Lüttringhausen eine ganz be­sondere Kooperation: Seit vier Jahren trainieren einige Profis die Handball-AG der Schule. Auch in diesem Jahr erhalten die Fünft- bis Achtklässler wieder eigene Trikots. Die Krankenkasse Barmer GEK überreichte ihnen nun die blauen Sportoberteile. (Foto: LH)